Veranstaltungen

KAMMERMUSIK ERKLÄRT GEHÖRT

Donnerstag, 12. März 2026 – 19.30 Uhr

Kloster UND


Béla Bartók

Klavierquintett C-Dur Sz 23 BB 33


Klara Flieder – Violine
Gregor Reinberg – Violine
Severin Endelweber – Viola
Christophe Pantillon – Violoncello
Biliana Tzinlikova – Klavier

Manfred Permoser – Moderation

„Meine ganze Musik ist eine Frage von Instinkt und Gefühl.“ Béla Bartók

 

Bartóks Klavierquintett aus den Jahren 1903/04 zählt zu den wenig bekannten Frühwerken des ungarischen Komponisten. Es galt sogar lange Zeit als verschollen und wurde erst 1963 wiederentdeckt, nachdem Bartók selbst 1921 – aufgrund einer erfolgreichen Aufführung mit stürmischem Applaus (!) – das Notenmaterial zurückgezogen hatte: Die im Quintett verwendete Tonsprache schien ihm nicht mehr zeitgemäß, denn sie schwelgt in spätromantisch glühenden Klangfarben. Eine für Bartóks Stil typische Synthese aus autochthoner ungarischer ‚Bauernmusik‘ und expressionistischer Moderne lässt diese Komposition – zumindest auf den ersten Blick noch kaum erahnen. Unüberhörbar klingen die Vorbilder Johannes Brahms und Richard Strauss durch, beeinflussen die musikalische Ausdrucksweise des noch nach Eigenem Suchenden. Bei genauerem Hinhören jedoch ist neben dem Traditionellen der spätere Béla Bartók bereits zu erahnen: Schon wird das magyarische Idiom abseits eines konventionellen ‚a la Ungarese‘ erkennbar. Wenn auch noch nicht im Detail ausgearbeitet, wird die Affinität zur Musik der Heimat dennoch überaus deutlich. Auch der Ausdruckswille ist ganz Bartók – zwar in tonalem Klanggewand, aber bereits mit der für ihn so charakteristischen Intensität.

Die Uraufführung des abwechslungsreichen Stückes fand im November 1904 im Wiener Ehrbar-Saal statt und sorgte für Begeisterung beim Publikum, es spielte das Prill-Quartett mit Bartók als Pianisten. Die Kritik vermerkte wohlwollend: „Heute wurde ein Klavierquintett gespielt, bei welchem der Komponist – der außerdem auch ein vorzüglicher Künstler ist – den Klavierpart spielte. Auch in diesem Werk ertönt sein starkes ungarisches Herz, doch zugleich spürt man das umfassende Wissen, mit dem er es geschrieben hat, voll Stimmung und voller Einfälle.“

5/8ERL IN EHR’N

Freitag, 24. April 2026 – 19.30 Uhr

Haus der Regionen


20 Jahre Wiener Soul


Max Gaier – Gesang
Robert Slivovsky – Gesang
Miki Liebermann – Gitarre
Hanibal Scheutz – Kontrabass
Clemens Wenger – Klavier & Akkordeon

Kooperation mit Volkskultur Niederösterreich

„Da wird g’sudert, g’schimpft, g’litt’n, g’liebt, g’feiert, g’fragt und g’roovt – mit Herz und Seele.“ 5/8erl in Ehr´n

 

Eine Institution der heimischen Musiklandschaft feiert ihr 20jähriges Bestehen: 5/8erl in Ehr’n haben mit ihrem „Wiener Soul“ wohl den gemütlichsten und lässigsten Beitrag zum Austropop geleistet. Ihr Stilmix aus Popmusik, Wienerlied, Jazz, Soul und Afro-Cuban sowie ihre einzigartige Instrumentierung prägen den unverwechselbaren Bandsound. Die poetischen Lyrics werden mit viel Elan im Dialekt vorgetragen. Der österreichischen Seele wird dabei ein Spiegel vorgehalten – allerdings nicht in moralisierender und belehrender Art, sondern zärtlich und selbstironisch. Der Humor der Musik von 5/8erl in Ehr’n wurzelt in ihrer subtilen und doppeldeutigen Sprache. Es ist nicht möglich, das Quintett in eine bestimmte Schublade zu stecken.

Begonnen hat es als Insider-Tipp mit grooviger Mundart und Anlehnungen ans Wienerlied, bald mit dem ersten Hit „Siasse Tschick“ ging es aber Richtung FM4 und Popkultur. Divers ist das Œuvre der Band, genauso wie ihr Publikum. Ihr Song „Badeschluss“ ist das wohlige, melancholische Finallied in den Wiener Bädern und machte die 5/8erl legendär – vom Schafbergbad bis ins Gänsehäufel. Den Refrain von „Vaporizer“ singt man in Berlin genauso textsicher mit wie in Graz. „Wie wenn Stevie Wonder eine Sachertorte geraucht hätte!“ heißt es im Bayerischen Rundfunk. Garantiert ist ein stimmungsvoller Abend, der die ganze Bandbreite der Band auffächert: von der gefühlvollen Ballade bis zur komischen Burleske. Feiern wir alle mit, schneiden wir die Geburtstagsmelone an – schön, dass es die 5/8erl gibt!

BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF

Reisezeiten – Zeitreisen

Freitag, 18. bis Sonntag, 20. September 2026

Schloss Wasserhof | Schüttkasten


Johannes Brahms & Antonín Dvořák

Franz Schubert

Erich Wolfgang Korngold &
Ludwig van Beethoven

„Endlich kam ich dazu, mich hieher aufs Land zu begeben; eine wahrhafte Erholung für mich, da ich diesen Sommer in der Stadt zubringen mußte.“ Ludwig van Beethoven

 

Zum 200. Mal jährt sich heuer der legendäre Landaufenthalt Beethovens auf dem Gut Wasserhof seines Bruders Johann. Gemeinsam mit dem Neffen Karl fand der Meister hier noch einmal die ersehnte Ruhe, Erholung und Inspiration. Ein Standortwechsel als Sinnbild für Veränderung, Suche und Entdeckung bestimmt demnach auch das thematische Leitbild beim siebenten BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF: „Reisezeiten – Zeitreisen“ als Motto für reale und symbolische Suche nach Abwechslung, Neuem, Unbekanntem, als künstlerische Inspirationsquelle – oder aber ebenso als notwendige Regeneration, Flucht aus Beengendem, Gewohntem, aus der Komfortzone. Die Zeit des Reisens bewegt, verändert und eröffnet neue Perspektiven.

Das diesjährige Jubiläumsprogramm folgt inhaltlich diesen Wegspuren und zeigt unterschiedliche Aspekte von Zeit-Reisen: Brahms sah mit dem zweitem Streichquintett, einem im Sommersitz Bad Ischl komponierten Spätwerk, die eigene kreative Laufbahn als beendet an. Dvořák verarbeitete im „amerikanischen“ Quintett die Eindrücke seines Aufenthaltes in der „Neuen Welt“. Schubert schuf mit der ‚Winterreise‘ ein künstlerisches Vermächtnis und Sinnbild für das Suchen nach sich selbst. Korngold bricht im Streichquartett Nr. 3 musikalisch zu neuen Ufern auf und die ‚Pastorale‘ von Beethoven gilt schließlich seit jeher als ideeller Sehnsuchtsort.

BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF

Freitag, 18. September 2026

19.00 Uhr

 

Johannes Brahms

Antonín Dvořák

 

Alexander Burggasser – Violine
Sophie Kolarz-Löschberger – Violine
Mario Gheorghiu – Viola
Severin Endelweber – Viola
Bertin Christelbauer – Violoncello

Manfred Permoser – Moderation

Johannes Brahms
Streichquintett Nr. 2
G-Dur op. 111

Antonín Dvořák
Streichquintett Es-Dur op. 97 „Amerikanisches“

 

„Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.“ Johannes Brahms über Antonín Dvořák

 

Für Brahms war Italien ein Land der Sehnsucht, das er oftmals in seinem Leben bereiste. Vom Charme des Südlich-Mediterranen fasziniert, suchte er Auszeit vom anstrengenden Alltag und Komponieren in Wien – wie gleichermaßen Inspiration und Anregung zu Neuem. So entstanden in Oberitalien im Frühling 1890 bereits Skizzen zum Streichquintett op. 111, das er einige Wochen später in Bad Ischl fertigstellte. Dass die Partitur insbesondere in den beiden Ecksätzen einen „klangfrohen“ Eindruck vermittelt, ist möglicherweise auch der entspannten, sommerlichen Atmosphäre zu verdanken. Unabhängig davon verstand der Komponist das Quintett jedenfalls als musikalische Zeitreise, deren (vorläufigen) Endpunkt er in diesem Spätwerk sah – indem er Vorbildern wie Beethoven, Mendelssohn, Wagner und auch dem Freund Johann Strauss seine Referenz erwies.

Dvořáks Streichquintett op. 97 entstand gemeinsam mit dem Streichquartett op. 96 während seines dreijährigen Amerika-Aufenthaltes im Sommer 1893 in Spillville, einer kleinen tschechischen Enklave böhmischer Landsleute in Iowa. Inspiriert von der ländlichen Idylle, die in krassem Gegensatz zu den vorangegangenen Erlebnissen der amerikanischen Großstadt stand, schuf Antonín Dvořák diese beiden zentralen Kammermusikwerke in nur kurzer Zeit. Das „Amerikanische“ beider Kompositionen meinte man aus spezifischen melodischen und rhythmischen Wendungen wie pentatonischen Skalen, Ostinati und Synkopen heraushören zu können, was Dvořák selbst jedoch relativierte: „Ich habe nur im Geist dieser Nationalmelodien komponiert.“ Gewissermaßen ist jedenfalls ein musikalisches Reise-Tagebuch zu lesen, in dem – wie auch in seiner 9. Symphonie op. 95 – aus der „Neuen Welt“ erzählt wird.

BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF

Samstag, 19. September 2026

19.00 Uhr

 

Franz Schubert

 

Bo Skovhus – Bariton
Nikola Djoric – Akkordeon

Manfred Permoser – Moderation

Franz Schubert
Winterreise op. 89 D 911

 

„Mozart und Beethoven reichen bis zum Himmel – Schubert kommt von dort.“ Oskar Werner

 

„Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus“ – diese Anfangsverse der ‚Winterreise‘ können als programmatisch für Schuberts Lebens-Reise gelten. Zentral steht für den Komponisten die Metapher des steten Wanderns als existenzieller Weg ins Innerste, in die Tiefen der eigenen Seele. Anders als bei dem 1823 entstandenen Liederkreis ‚Die schöne Müllerin‘ handelt es sich jetzt (nur ein Jahr vor seinem frühen Tod) sozusagen um eine Expedition auf psychischer Ebene, als ein ständiges erforschendes Umkreisen der eigenen Befindlichkeit: „Der einzige Fortschritt des Wanderers ist ein Fortschritt der Erkenntnis, die quälerische, von Rückfällen bedrohte Ablösung von seinen Erinnerungen. Immerfort auf der Suche nach Bestätigungen seines Zustandes, beobachtet er mit überwacher, schmerzend scharfer Sensibilität, bezieht als egozentrischer Melancholiker alles auf sich beziehungsweise wählt die Objekte so, dass sie als Spiegelbilder und Bestätigungen taugen.“ (Peter Gülke)

‚Winter‘ und ‚Reise‘ sind demnach im Sinne romantischer Ironie auch als Spätherbst des eigenen Lebens und mitunter als Pfad immer tiefer ins Unglück zu verstehen – so heißt es bereits im ersten Lied: „Ich kann zu meiner Reisen nicht wählen mit der Zeit, muss selbst den Weg mir weisen, in dieser Dunkelheit.“ Dergestalt erhält dieser Liederzyklus Parabelcharakter: Der Protagonist erscheint gleichnishaft, ja archetypisch als ein systematisch Nicht-Integrierter; eine klare Begründung für das Ausgeschlossensein bleibt vage. Gerade das Unausgesprochene sorgt allerdings dafür, dass dieses lyrische Ich als epochenüberschreitende Projektionsfigur so geeignet ist. Angesichts multipler Krisen kann Schuberts ,Winterreise‘ durchaus zeitlos auch als individuelles Bild der gegenwärtigen Moderne betrachtet werden – als „Ausdruck von Vertreibung, Migration, Isolation, von sozialer und gesellschaftlicher Entwurzelung und Depression“ (Corina Caduff).

BEETHOVEN-FESTIVAL GNEIXENDORF

Sonntag, 20. September 2026

11.00 Uhr

 

Erich Wolfgang Korngold

Ludwig van Beethoven

 

ARIOSO QUARTETT WIEN
Martin Klimek – Violine
Libor Meisl – Violine
Wolfgang Prochaska – Viola
Benedikt Endelweber – Violoncello

Christoph Hammer – Viola
Roland Lindenthal – Violoncello

Manfred Permoser – Moderation

Erich Wolfgang Korngold
Streichquartett Nr. 3 D
-Dur op. 34

Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 „Pastorale“

Fassung für Streichsextett von Michael Gotthard Fischer

 

„Der Komponist darf keinerlei Zugeständnisse machen in Bezug auf das, was er für seine eigene musikalische Überzeugung hält.“ Erich Wolfgang Korngold

 

Dem jungen Erich Wolfgang eilte der Ruf eines Wunderkindes voraus – tatkräftig unterstützt von seinem Vater Julius Korngold, einem einflussreichen Musikkritiker. Bereits als 13-Jähriger sorgte er in der Wiener Musikwelt derart für Aufsehen, dass ihn Gustav Mahler kurzerhand zum Genie erklärte. Korngolds musikalische Reise begann im Umfeld der Wiener Moderne um Alexander Zemlinsky. Orientiert an einer erweiterten Harmonik und fluktuierenden Formensprache, blieb seine Musik doch stets einer grundlegenden Tonalität verpflichtet. Gefeierten Opern wie ,Die tote Stadt‘ (1920) oder ,Das Wunder der Heliane‘ (1927) folgten in den 30er-Jahren bahnbrechende Triumphe als Filmkomponist in Hollywood. Mit seinem Streichquartett Nr. 3 suchte Korngold im Jahr 1945 wieder an das klassische Genre der Kammermusik anzuknüpfen. Einer musikalischen Zeitreise gleich finden dabei expressive chromatische Linearität à la Schönberg und lyrischer Schmelz seiner Filmmusiken zu einer faszinierenden Synthese.

Beethovens viel zitierte Liebe zur Natur findet in seiner 6. Symphonie ‚Pastorale‘ ihren wohl gültigsten Ausdruck. Dazu entwirft der Komponist ein groß angelegtes Landschaftsgemälde und begibt sich auf eine phantastische Reise durch ein friedliches Arkadien – einem idealen Sehnsuchtsort in unberührter Idylle als Narrativ. Die fünf Sätze („mehr Ausdruck der Empfindung als Mahlerey“) benennt er, Stationen gleich, deskriptiv: „Erwachen heiterer Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande – Szene am Bach – Lustiges Zusammensein der Landleute – Gewitter, Sturm – Hirtengesang. Frohe und dankbare Gefühle nach dem Sturm.“ Die in weiten Teilen von Beethoven sehr durchsichtig und kammermusikalisch gedachte Orchesterpartitur wurde vom Zeitgenossen Michael Gotthard Fischer 1810 bereits zwei Jahre nach der symphonischen Uraufführung kongenial für Streichsextett arrangiert – „die Bearbeitung darf für sich den Rang eines eigenen Kunstwerks in Anspruch nehmen“ (Daniel Knödler).

Musikfilm: Klang der Stille

Samstag, 17. Oktober 2026 – 18.00 Uhr

Kino im Kesselhaus


Filmgespräch:
Manfred Permoser und Severin Endelweber

Kooperation mit Kino im Kesselhaus

Musikfilm: Klang der Stille

Regie: Agnieszka Holland
Besetzung: Ed Harris, Diane Kruger u. a. m.
USA & Deutschland 2006, 105 Min.

 

„Tatsächlich der einzige bisher gedrehte
Beethoven-Spielfilm, den man unbedingt gesehen haben sollte.“
Wolf-Dieter Seiffert

 

Eine fast durchwegs fiktive Handlung: Wien, 1824. Ludwig van Beethovens Ära neigt sich dem Ende zu. Der geniale Komponist führt ertaubt und kränkelnd ein isoliertes Leben abseits der Gesellschaft. Auch der Musikgeschmack hat sich verändert: Die frivole italienische Oper wird beim Publikum immer beliebter. Beethoven arbeitet derweil an seiner 9. Symphonie. Kurz vor der Uraufführung aber fehlt es noch immer am Stimmenmaterial. Daher engagiert Verleger Wenzel Schlemmer die Musikstudentin Anna Holtz als Kopistin – sie soll die Noten in letzter Minute zu Papier bringen. Zwischen der einfühlsamen, jungen Frau und dem aufbrausenden, launenhaften Komponisten entwickelt sich eine intensive Beziehung, die beider Leben nachhaltig verändert.

Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland trifft mit diesem emotionalen Drama mitten ins Herz, entwirft ein aufregendes Zeit Tableau und entführt in die magische Welt der Klänge. Ludwig van Beethoven – sensibler Mensch, zerstörerische Naturgewalt, Jahrhundert-Genie: Ed Harris spielt den legendären Meister in einer fulminanten Tour de Force, Diane Kruger beweist mit der vielleicht besten Darbietung ihrer Karriere großes Talent auch für ernste Charaktere. Ein bewegender Film über die alles überwindende, ewige Kraft der Musik. Dabei spielen neben der 9. Symphonie, die eine Viertelstunde in geraffter Aufführung erklingt – danach die berühmte Anekdote mit dem tauben Beethoven, der zu seinem begeistert klatschenden Publikum umgedreht werden muss – auch die späten Streichquartette op. 131 und op. 132 sowie die „Große Fuge“ op. 133 eine zentrale Rolle.

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Freitag, 13. & Samstag, 14. November 2026 – 19.00 Uhr

Schloss Wasserhof | Festsaal

 

Beethovens Zeit in Gneixendorf


Karl Markovics – Rezitation

 

Kooperation mit BTHZ Beethovenzimmer Schloss Wasserhof

Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten wird die Veranstaltung zweimal stattfinden.

» Heftige Konversationen «
Beethovens Zeit in Gneixendorf

 

„Wir schreiben Ihnen hier von der Burg des Signore fratello.“ Ludwig van Beethoven

 

Die Zeit von Ende September bis Ende November 1826 verbrachte Beethoven gemeinsam mit Neffe Karl auf Schloss Wasserhof, dem Gut seines Bruders Johann in Gneixendorf bei Krems. Dieser letzte Landaufenthalt des Komponisten kann dank der mit dem ertaubten Künstler geführten so genannten ‚Konversationshefte‘ und der verfassten Briefe annähernd rekonstruiert werden. Notizen zum Alltagsleben, zu Ausflügen in die Umgebung, aber auch zu familiären Spannungen sowie ebenso interessante Einblicke in das ‚Laboratorium artificiosum‘ des Meisters lassen diese Wochen in einzigartiger Weise nachvollziehen.

Beethoven am 2. Oktober 1826 an den Verleger Tobias Haslinger in Wien: „Sie sehen schon, daß ich hier in Gneixendorf bin. Der Name hat einige Aehnlichkeiten mit einer brechenden Axe. Die Luft ist gesund. Ueber Sonstiges muß man das Memento mori machen.“ Trotz oder vielleicht sogar wegen mancher Schwierigkeiten schuf der Komponist hier einige seiner letzten wichtigen Werke – dieser Ort ist somit musikhistorisch von singulärer Bedeutung.

Beethoven am 13. Oktober 1826 an den Verlag B. Schott’s Söhne in Mainz: „Ich benütze den Rest des Sommers, um mich hier auf dem Lande zu erhohlen, da es mir diesen Sommer unmöglich war, Wien zu verlassen.“ Und am selben Tag weiter an Adolph Martin Schlesinger in Berlin: „Abgestreift ist die Müdigkeit der Stadt, u. ich fühle mich wieder aufgelegter.“ Auszüge aus den erhaltenen Originaltexten, ergänzt um authentische Aufzeichnungen des zeitgenössischen Beethoven-Biographen Alexander Wheelock Thayer, möchten als szenische Lesung mit Musik Beethovens Zeit in Gneixendorf atmosphärisch wiederbeleben.

KÖCHEL-PROMENADE

Auf Mozarts Spuren

durch Krems und Stein

„Nachts waren wir zu Stein …“
Wolfgang Amadé Mozart, 1762

 

Aus Anlass des 20jährigen Jubiläums der 1995 konstituierten Köchel Gesellschaft Krems wurde mit der „Köchel-Promenade“ ein nachhaltiges Beispiel interaktiver Auseinandersetzung mit musikalischem Erbe gesetzt. 20 Stationen zu musikalisch bedeutenden Gebäuden, Höfen und Plätzen sollen Besucherinnen wie Besuchern interessante Eindrücke einer überaus reichhaltigen Tradition und der lebendigen Gegenwart unserer Kulturstadt ermöglichen. Die Musikbeispiele sowie viele weitere Informationen können via Smartphone auch direkt vor Ort abgerufen werden und machen auf diese Weise einen virtuellen Themenweg mit Audioguide unmittelbar erlebbar. Die Finanzierung der „Köchel-Promenade“ ist durch Subventionen der Kulturabteilungen der Stadt Krems und des Landes Niederösterreich mit Beteiligung der „Ludwig Ritter von Köchel Gesellschaft“ realisiert worden. Zudem haben Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft und private Geldgeber die Patenschaft für einzelne Stationen übernommen.

Idee & Konzept: Severin Endelweber und Manfred Permoser

Sprecher: Albert Hosp

BEETHOVEN IN GNEIXENDORF

Schautafeln vor Schloss Wasserhof

„Wir schreiben Ihnen hier von der Burg des Signore fratello.“
Ludwig van Beethoven, 1826

 

„Freu dich des Lebens“ notiert Ludwig van Beethoven in sein Konversationsheft, als er Ende September 1826 am Gut des Bruders Johann die spätsommerliche Landidylle Gneixendorfs genießen konnte. Gemeinsam mit seinem Neffen Karl fand er auf Schloss Wasserhof die lang ersehnte Ruhe und Erholung. Noch einmal findet Beethoven in der ländlichen Umgebung die Inspirationsquelle eines einzigartigen Schaffensprozesses. Mit den Finalsätzen zu den Streichquartetten op. 130 und op. 135 entstehen dort seine letzten bedeutenden Kompositionen. Als nachhaltige Ergänzung zur Veranstaltungsreihe BEETHOVEN 2020 @ KREMS präsentiert die Köchel Gesellschaft Krems nun eine frei zugängliche Dauerausstellung am Schloss Wasserhof in Gneixendorf. Auf vier Schautafeln an der Fassade dieses musikhistorisch einzigartigen Gebäudes werden Aufenthalt, Alltag, Komponieren und Nachleben des ‚Mythos Beethoven‘ illustriert. Die musikalische Umrahmung der Eröffnungsveranstaltung durch das Koehne Quartett fand am 11. Juni 2021 im barocken Schüttkasten des Schlosses statt – mit Ausschnitten aus den in Gneixendorf entstandenen Streichquartettwerken.